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Im Interview: Elfen-Torhüterin Branka Zec über ihre neue Heimat, Hexer Andreas Thiel und Kollegin Katja Kramarczyk

Von den Ladies zu den Elfen: Im Sommer letzten Jahres zog es Branka Zec aus Koblenz/Weibern ins Rheinland. Seitdem startete die Torhüterin erstmals beruflich voll durch und sieht sich auch sportlich gesehen unter dem Bayer-Kreuz gut aufgehoben. Im Interview mit dem Leverkusener Pressedienst spricht die 30-jährige Slowenin nicht nur über ihre duale Karriere, sondern auch über den Konkurrenzkampf rund um das Torwart-Trio und die gesunde Mischung im Werkselfen-Team...

Als Partnerstadt deiner slowenischen Heimat Ljubljana war Leverkusen bei deinem Wechsel im vergangenen Sommer sicher nicht ganz unbekannt für dich. Wie hast du dich bisher im Rheinland eingelebt?

Erstmal muss ich etwas klarstellen: Ljubljana ist die schönste Stadt der Welt (lacht). Das wird für mich auch immer so bleiben, klar, es ist ja auch meine Heimat. Leverkusen kennt bei uns jeder durch die Bayer AG und die Fusballmannschaft der Werkself. Im Rheinland fühle ich mich inzwischen wirklich zu Hause. Ich liebe insbesondere den Rhein. Ich glaube, es gibt trotzdem noch viel Neues zu entdecken.

Du hast im Sommer außerdem eine duale Karriere in Leverkusen begonnen. Gefällt dir deine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in der Sportlerklasse bei der Bayer AG? Lässt sich Sportliches und Berufliches unter einen Hut bringen?

Ganz ehrlich – ich habe keine Vorstellung davon gehabt, wie das funktionieren soll. Ich habe in den letzten Jahren nur Handball gespielt und dadurch viel Freizeit gehabt. Momentan sieht das anders aus, aber ich bin mehr als zufrieden mit der Ausbildung bei Bayer. Ich bin dankbar, diese Möglichkeit zu haben. Die Ausbildung macht viel Spaß und Freude, ich kann viel praktische Kenntnisse gewinnen. Zunächst hatte ich viel Angst, wie das alles mit meinem Deutsch funktionieren sollte. Ob mich die anderen Azubis und die Bayer-Mitarbeiter akzeptieren würden, da ich beinahe erst mit 30 Jahren meine Ausbildung begonnen habe. Mein Deutsch ist aber kein Problem. Ich spreche nicht perfekt, aber irgendwie meister ich alles mit meinem »ausländischen Deutsch« und meinem Balkan-Charme (lacht). Ich fühle mich zudem sehr gut unterstützt durch unsere Cheftrainerin Renate Wolf, durch meine Ausbildungsleiterin Sandra Strasdat und durch Steffi Nerius vom Sportinternat.

Kommen wir mal auf das Sportliche zu sprechen: Mit Andreas Thiel steht den Torhütern des TSV Bayer Leverkusen wahrlich eine Torwartlegende zur Seite. Auf welche Weise funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Hexer?

Das Training mit Andi ist immerzu ein Wettkampf: Torwart gegen Andi. Wenn er gegen jemanden von uns trifft, provoziert er uns oft mit seinem lauten Jubel. Wenn wir alle Bälle halten, kriegt er schlechte Laune. Es gibt schließlich nur einen Hexer (lacht).

Wie schätzt du euer Torhüter-Trio ein? Immerhin stieß im Februar Nationalkeeperin Katja Kramarczyk in das Elfen-Gehäuse dazu...

Als Katja kam, entstand eine neue Situation für mich. Nach kurzer Zeit habe ich mich dran gewöhnt, dass die Konkurrenz im Tor deutlich zunahm. Wir haben eine gesunde Konkurrenz untereinander und wir unterstützen uns gegenseitig. Jeder von uns möchte natürlich gerne spielen, aber wir agieren nach dem Leistungsprinzip. Alle drei sind unterschiedliche Typen, dennoch ergänzen wir uns gut, wir sind einfach ein Team.

Nun aber zurück zum gesamten Team: In Handball-Deutschland wird der Mannschaft der Werkselfen ein hohes Potenzial zugesprochen. Was sagst du über die Verknüpfung von jungen Talenten und erfahrenen Spielerinnen? Kann man von einer gesunden Mischung sprechen?

Für mich persönlich ist das eine super Mischung. Die Älteren sollten ein bisschen Rücksicht nehmen und die Jüngeren die Bereitschaft sowie den Willen, etwas zu lernen. Das Ganze hängt mit Respekt von beiden Seiten zusammen. Ob alt, ob jung, es geht um den Erfolg der Mannschaft, zu dem jede beitragen muss.

Was können die Nachwuchsspielerinnen also von dir lernen?

Vor allem, wie ein Team funktioniert – durch Teamgeist, Ehrgeiz, Antrieb und Motivation.

Zum Abschluss bist du persönlich nochmal gefragt: Hast du eigentlich ein Ritual, dem du vor jedem Spiel nachgehst?

Ja, habe ich, sehr viele sogar. Ich beschreibe mal nur eins. Beim Einpassen stehe ich immer mit der rechten Schulter zum Tor.

Danke für das Gespräch!

Interview und Text: Amelie Knippert